Lizenzierung & Microsoft
Microsoft Customer Agreement (MCA)
Allgemeine Infos
Das Microsoft Customer Agreement (MCA) ist Microsofts vereinfachter Rahmenvertrag für Cloud-Käufe. Kunden akzeptieren ihn digital, er hat keine feste Laufzeit und keine Mindestgröße. Das MCA löst das frühere Microsoft Online Subscription Program (MOSP) für Direktkäufe ab und ist Voraussetzung für Käufe über einen CSP-Partner.
Es gibt drei Wege: Direktkauf (Microsoft 365 Admin Center oder Azure-Portal), Kauf über CSP-Partner (MCA wird bei der Partnerbeziehung angenommen) und MCA-E (Microsoft Customer Agreement for Enterprise), das Microsoft über seinen Vertrieb mit großen Kunden abschließt.
Abgrenzung: Das Enterprise Agreement (EA) ist ein Dreijahresvertrag mit True-Up und Software Assurance. Seit 2025 bietet Microsoft großen Kunden statt einer EA-Verlängerung zunehmend MCA-E an, Kunden mittlerer Größe eher CSP.
Das MCA regelt nur den Rahmen. Welche Produkte zu welchen Konditionen gelten, steht in den Product Terms und den jeweiligen Bestellungen.
Funktionsweise & Details
Die Abrechnung im MCA ist hierarchisch aufgebaut:
- Abrechnungskonto (Billing Account): entsteht bei der Annahme des MCA, Rollen auf dieser Ebene haben die höchsten Rechte.
- Abrechnungsprofil (Billing Profile): bestimmt Rechnung, Zahlungsmethode, Land und Währung; jedes Profil erhält eine Monatsrechnung.
- Rechnungsabschnitt (Invoice Section): gliedert Kosten auf der Rechnung, zum Beispiel nach Abteilung, Projekt oder Umgebung.
- Azure-Abos und Benutzerabos werden einem Abrechnungsprofil und Rechnungsabschnitt zugeordnet; im Azure-Portal ist das unter Kostenverwaltung und Abrechnung sichtbar.
Zahlung erfolgt je nach Freigabe per Kreditkarte, Überweisung oder über Azure-Guthaben.
Vorteile & Nutzen
- Kein Papiervertrag und keine Verlängerung nötig, weil das MCA unbefristet gilt.
- Kosten lassen sich über Abrechnungsprofile und Rechnungsabschnitte sauber auf Kostenstellen verteilen.
- Einheitlicher Rahmen für Direktkauf, CSP und MCA-E, ein Kanalwechsel erfordert keinen neuen Grundvertrag.
- Rollen für Rechnung und Abo-Erstellung lassen sich getrennt an Finanz- und Technikteams vergeben.
Praxisbeispiel
Ein Ingenieurbüro mit 90 Mitarbeitenden nutzt Azure für Simulationen und Microsoft 365 über einen CSP-Partner. Für Azure richtet die IT ein MCA-Abrechnungskonto mit zwei Rechnungsabschnitten ein: einen für die Produktion und einen für Kundenprojekte, die weiterberechnet werden. Die Buchhaltung bekommt die Rolle Rechnungsverwalter, die Admins dürfen nur im Projektabschnitt neue Abos anlegen. Ergebnis: Projektkosten erscheinen getrennt auf der Monatsrechnung und lassen sich ohne Excel-Nacharbeit zuordnen.
Worauf sollte man achten?
- Lege fest, wer das MCA im Namen des Unternehmens annehmen darf, weil diese Person zunächst alleiniger Besitzer des Abrechnungskontos ist.
- Vergib Rollen auf Abrechnungskonto-Ebene sparsam und mindestens an zwei Personen, damit der Zugriff bei Abwesenheit nicht verloren geht.
- Land und Währung eines Abrechnungsprofils lassen sich später nicht ändern, plane sie deshalb vor dem ersten Kauf.
- Prüfe bei MCA-E, ob Preisvereinbarungen und Laufzeiten in separaten Bestellungen festgehalten sind.
Lizenz & Verfügbarkeit
Das MCA selbst kostet nichts, es ist der Vertragsrahmen. Produkte werden nach den Product Terms und den jeweiligen Preislisten abgerechnet. Varianten: Direktkauf, Kauf über CSP-Partner, MCA-E über den Microsoft-Vertrieb. Stand: Oktober 2026.
Fazit
Das MCA ist heute der Standardvertrag für Microsoft-Cloud-Käufe, unabhängig vom Kanal. Plane die Abrechnungsstruktur vor dem ersten Kauf, dann bleibt die Kostenzuordnung auch bei Wachstum übersichtlich.
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